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/ Pressebericht

Visionen und Illusionen -

Vermarktung von Fußballer-Websites

Imagepflege und der direkte Draht zu den Fans sind die Gründe, weshalb immer mehr Fußballspieler ihre eigenen Websites haben. Doch längst nicht alle Internetpräsenzen sind wirklich individuell. Kommerzielle Anbieter betreiben Portale, unter denen man viele, von der Struktur her gleichartige Fußballer-Homepages anklicken kann. Diesen Anbietern geht es auch ums Geld verdienen. Ob sich aber aus den Websites jemals auch finanziell Kapital schlagen läßt, ist keinesfalls sicher.

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Die Interneteuphorie der letzten zwei Jahre hinterließ auch in der Fußball-Bundesliga deutliche Spuren. Nicht nur, dass jeder Verein sich selbst im World Wide Web präsentiert, nein, auch immer mehr Spieler sind via Internet für die Fans greifbar. Die Beweggründe für den Gang ins Netz sind vielfältig. Zum Teil war und ist der eigene Antrieb entscheidend: Zum Beispiel bei all jenen kickenden Freizeitinformatikern, die ahnen oder wissen, dass eine privat organisierte, vom Verein losgelöste Öffentlichkeitsarbeit, unter Umständen sehr nützlich sein kann. Kommerzielle Initiativen bündeln dagegen viele Fußballer-Websites unter einem Dach und spekulieren auf Werbe- und Merchandisingerlöse. Eine dritte Variante hat Spielerberater Roger Wittmann mit seiner Rogon GmbH ins Leben gerufen: Er hat allen seinen Spielern den Weg ins Netz geebnet und zeigt damit, dass er zumindest die Instrumente der Spieler- und Eigen-PR kennt. Wahrscheinlich hätte auch er mittelfristig nichts gegen eine Minimierung der Kosten durch Werbeeinnahmen einzuwenden, doch erscheinen überschwengliche Hoffnungen auf diesem Gebiet verfrüht.

Aus eigenem Antrieb ins Netz

Oliver Kahn war der erste Bundesligaspieler, der erkannte, dass sich mit einem eigenen Auftritt (www.kahn.de) prächtig am persönlichen Image feilen läßt. Seit Mitte 1999 versorgt er seine Fangemeinde mit persönlichen Ansichten über aktuelle Ereignisse im Bundesligageschäft. Dass dabei updates schon mal drei oder vier Tage in Anspruch nehmen, kann man angesichts seiner Doppelbelastung in der Bundesliga und in der Champions League verstehen. Kahn gehört wie einige andere Profi-Fußballer zu der Riege, die ihr Internetglück in die eigenen Hände nehmen. Zu diesen Trendsettern zählt auch Roy Präger. Unter www.roy-praeger.de kann man die seit September 2000 bestehende Website des HSV-Stürmers besuchen. „Auf meiner Homepage kann ich eigene Ideen verwirklichen“, so Präger, der ein möglichst breites Publikum anzusprechen versucht.

Realisiert wurde der Internetauftritt von der Balinger Firma Weber eBusiness Services GmbH. Geschäftsführer Jürgen Weber über seine Homepage-Philosophie: „Ständige Aktualisierung der Inhalte sowie das Hinzufügen neuer Elemente besitzen oberste Priorität.“ Neben den neuesten Nachrichten, Auktionen und Gewinnspielen bieten regelmäßige Fan-Chats und Diskussionsforen viele direkte Kommunikationsmöglichkeiten und leisten so einen verstärkten Beitrag an Interaktivität zwischen Star und Fan. Der Service am Fan kommt an. Vor allem die Live-Chats mit eingeschalteter Web-Cam finden bei den Anhängern gefallen. Wer soviel Nähe zuläßt, der kann auch mal seinen Bruder vorschicken oder die Ehefrau, die dann mit den Fans über Vor- und Nachteile des Daseins als Spielerfrau diskutiert.

Pan-Europäisches Portal

Der Informationsbedarf der Anhänger soll auch dem pan-europäischen Portal www.icons.com zugute kommen. Icons ist die Zusammenlegung englischer, norwegischer, niederländischer und spanischer Fußballer unter einer Internetadresse. Seit November 2000 sind auch 40 deutsche Spieler vertreten, die vorher unter der Domain www.sportprofil.de zusammengefasst waren. Insgesamt kann man nun unter www.icons.com rund 140 Profifußballer erreichen. Dort findet man neben allgemeinen Fußball-Nachrichten die Fußballer-Homepages mit News, Lebensläufen und sonstigen Karrierehighlights. „Der Spieler ist sein eigener Redakteur“, sagt Hubert Meyer, ehemaliger kicker-Redakteur und Verantwortlicher für Icons Deutschland. „Alles ist authentisch. Der Spieler hat absolute Kontrolle über die Inhalte.“ Für den Fan sei die Qualität durch die Fusion mit icons.com noch besser geworden, allein weil man nun eine größere Auswahl an Spielern anzubieten  habe. „Etwa 4,2 Millionen Zugriffe verzeichnet das Portal monatlich, davon entfallen 800 000 auf den deutschen Ableger www.icons.com/de“, berichtet Meyer, „das beweist den Zuspruch, den wir haben.“

Durch Berater im Internet

Wer mit interessanten Geschichten aufwarten kann, erreicht hohe Zugriffszahlen. Kaiserslauterns Torhüter Georg Koch kommt auf durchschnittlich 120 000 Page Impressions im Monat, Teamkollege Mario Basler, immer für eine Anekdote gut, kann 170 000 Seitenaufrufe vorweisen. Etwa 350 000 Page Impressions erreichte Christian Timm, der U21-Nationalspieler des 1. FC Köln, im Dezember 2000, als ein möglicher Wechsel zum FC Bayern München bevorstand. Die Homepages von Timm, Basler und Koch kann man über das Portal www.fussball-spieler.de erreichen. Initiator dieses Portals ist der Spielerberater Roger Wittmann, der zusammen mit Beraterkollege Wolfgang Fahrian die Rogon GmbH führt. Wittmann und Fahrian versprechen sich von den Webseiten im Verdrängungswettbewerb des Beratergeschäfts Vorteile. Schließlich ist die Verwaltung der Spieler-Homepages eine Dienstleistung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für die von ihnen betreuten Profis. „Es ist in erster Linie ein Service für die Spieler in den Bereichen Pressearbeit und Imagepflege“, sagt Stefan Backs, bei Rogon GmbH für die Media und PR zuständig. Nicht alle Profis wissen diesen Service aber wirklich zu würdigen. „Nur bei rund einem Viertel der Spieler kann man von einer aktiven Mitarbeit sprechen", weiß Ulf Zimmermann, bei Rogon für die Websitepflege verantwortlich, aus Erfahrung. Auf einen läßt er aber nichts kommen: „Michael Preetz ist in der Hinsicht Profi. Er weiß, dass ein kontinuierlicher Nachrichtenfluss herrschen muss.“

Manchmal ist aber nicht die mangelnde Kontinuität der Nachrichtenversorgung das Problem, sondern die Nachrichteninhalte. Immer dann, wenn sich die Spieler nur halbherzig mit dem Thema befassen und ihren Internetredakteuren weitgehend freie Hand lassen, entstehen schon mal Meldungen, die wie Brandsätze wirken. Giovane Elber forderte auf seiner Website „millionenschwere Investitionen“ seines Arbeitgebers FC Bayern München und Stuttgarts Roberto Pinto ließ die Öffentlichkeit von seinem Wechsel zu Hertha BSC Berlin wissen, um den Transfer zwei Tage später kleinlaut zu dementieren. „Heute braucht ein Profi ein solches Medium“, sagte dennoch Bernhard Schmittenbecher, der die Seite von Fredi Bobic betreut, der Zeitung Sonntag Aktuell. „Da kann ein Profi ungeschminkt seine persönlichen News rüberbringen.“ Je ungeschminkter, desto gefährlicher, das weiß auch Schmittenbecher: „Die Spieler müssen verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen. Sie sind keine freischaffenden Künstler, sie sind Angestellte des Vereins.“

Der Wunsch der Fans nach ständig neuen Nachrichten verlangt nicht nur ein gewisses Maß an Mitarbeit bei den Profis, sondern auch einen hohen Kostenaufwand. Hubert Meyer spricht von einigen Millionen Mark, die icons-Gründer James Freedman bereits in das Projekt gesteckt hat. Auch die monatlichen Kosten der Rogon GmbH von ca. 15 000 Mark für die reine Pflege der Internetseiten sind keine Kleinigkeit und entwickeln sich im Lauf der Zeit zu einem hohen Kostenfaktor. Wenn man sich dagegen die Einnahmemöglichkeiten ansieht, fragt man sich schon, ob nicht der ein oder andere Anbieter zu hoch gepokert hat. Fakt ist, dass die Preise für Werbebanner auf Internetseiten im Moment im Keller sind. Auf künftige Einnahmen aus dem Merchandisingbereich zu hoffen, erscheint auch etwas gewagt. Noch hat kein Fußballspieler gezeigt, dass er eine eigene Merchandisingkollektion auf den Markt bringen und auch gewinnbringend verkaufen kann.

Die Euphorie ist vorbei

„Die ursprüngliche Euphorie ist seit einem halben Jahr vorbei“, konstatiert Robert Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der Münchner Agentur Avantgarde Sponsoring, zeichnet ein düsteres Bild: „Die Einzelvermarktung von Fußball-Webpages ist wenig erfolgversprechend. Auch durch eine Bündelung wird die Vermarktung nicht einfacher und beim Thema Merchandising und Shops stehen die Chancen ebenfalls schlecht. Schließlich hat auch adidas seine Bemühungen um Produktverkäufe über das Internet nicht ohne Grund eingestellt.“ Während außer Schneider noch viele andere Marketingfachleute das Thema als erledigt abgehakt haben, spricht Hubert Meyer lediglich von einem Durchhänger: „In zwei bis drei Jahren geht es richtig los. Bis dahin müssen wir ein super Produkt geschaffen haben, das den anderen überlegen ist.“ Vision oder Illusion? Zur Zeit mag man dies eher als typische Dot-Com-Diktion werten, auch wenn icons-Gründer James Freedman sicherlich was von der Materie versteht, schließlich hatte er zusammen mit seinem Bruder Edward die Vereinszeitschrift von Manchester United zum weltgrößten Fanzine gemacht. „Wenn die User regelmäßig kommen, werden auch die Werber kommen“, ließ Freedman unlängst auf einer Podiumsdiskussion in London verlauten. Auch versicherte er, dass sein Geschäftsmodell nicht allein auf den Werbeeinnahmen aufbaue: „Wir haben Einnahmen aus dem Merchandising, aus dem Verkauf von Content und aus unserem Beratungssektor.“ Das klingt nach dem berühmten Pfeifen im Walde, denn ob die Einnahmen die enormen Anlaufkosten irgendwann überschreiten werden, sei dahingestellt.

Mittel zum Zweck

Für die Rogon GmbH scheinen finanzielle Verluste der Kostenstelle Internet noch verschmerzbar zu sein, solange die von Wittmann, Fahrian & Co. betreuten Spieler dadurch bei der Stange bleiben. Die Symbiose von Öffentlichkeitsarbeit für Rogon und Pressearbeit für die Spieler ist wertvoll genug, um den langen Weg bis zum break even zu gehen. Vielleicht ist aber doch der Präger-Weg der richtige. Internetfreund Präger zahlte die Website-Gestaltung aus eigener Tasche, wofür er ungefähr zwei HSV-Siegprämien hergeben mußte, und hat daher von Haus aus ein höheres Interesse an fanfreundlicher und ansprechender Gestaltung. Auch die Macher, Weber eBusiness, sind mit ihrer Roy Präger-Website sehr zufrieden. Nicht nur, weil sie lediglich für die Kosten der ständigen Pflege aufkommen müssen, sondern auch, weil sie Prägers Internetauftritt als Mittel zum Zweck verstehen. Auf Werbebanner wird kein großer Wert gelegt. Sie wollen Partnerschaften zwischen interessierten Unternehmen und Roy Präger herstellen und benutzen die Website als lebendiges Informationsmedium für künftige Sponsoren. Premiere World, Tipp24 und der lokale Telefondienstleister Wilhelm.Tel haben jedenfalls schon angebissen und sind Kooperationen eingegangen. Mit dem Netz gefangen, könnte man da sagen.

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